Für: Autistische Menschen, Angehörige, Fachkräfte
Overload
Kurz gesagt: Wenn Reize und Anforderungen zu viel werden und das System an seine Grenzen kommt.
Weiterführend zu einzelnen Reizen und was dagegen helfen kann: Reizverarbeitung.
Für autistische Menschen
Overload bedeutet, dass Reize, Anforderungen oder Informationen so viel werden, dass sie kaum noch verarbeitet werden können. Das kann durch einzelne starke Reize entstehen (Lärm, Licht, Menschenmengen), aber auch durch viele gleichzeitige, für sich genommen eher kleine Anforderungen.
Overload kündigt sich oft an, bevor er “voll” da ist – zum Beispiel durch zunehmende Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten oder ein Gefühl von “zu viel”. Wenn du diese frühen Anzeichen bei dir erkennst, kannst du oft noch gegensteuern, bevor es zu einem Meltdown oder Shutdown kommt.
Mein Tipp
Beobachte über einige Wochen, welche Situationen bei dir zu Overload führen, und was ihm meistens vorausgeht. So entsteht mit der Zeit ein eigenes Frühwarnsystem.
Für Angehörige
Overload ist keine Charakterschwäche und kein “Zuviel-Verlangen”. Er entsteht, wenn Reize und Anforderungen die aktuelle Verarbeitungskapazität übersteigen – das kann von Tag zu Tag unterschiedlich sein, je nach Schlaf, Vorbelastung und Umgebung.
Hilfreich ist, gemeinsam frühe Anzeichen zu erkennen und Rückzugsmöglichkeiten selbstverständlich zu machen, statt sie erst im akuten Zustand zu improvisieren.
Für Fachkräfte
Sensorische und kognitive Überlastung (“Overload”) wird im Zusammenhang mit sensorischer Verarbeitung bei Autismus beschrieben und ist keine eigene diagnostische Kategorie, sondern ein beobachtbarer Zustand, der von Person zu Person unterschiedliche Auslöser und Frühzeichen haben kann.
In der Praxis ist es sinnvoll, gemeinsam mit der Person individuelle Frühwarnzeichen zu identifizieren und Umgebungen (Lärmpegel, Beleuchtung, Anzahl gleichzeitiger Anforderungen) wo möglich anzupassen, statt erst nach einem Meltdown oder Shutdown zu reagieren.
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