Für: Autistische Menschen, Angehörige, Fachkräfte

Meltdown

Kurz gesagt: Ein Kontrollverlust durch Überlastung – keine Absicht und kein Wutausbruch im klassischen Sinn.

Weiterführend: Overload und Shutdown.

Für autistische Menschen

Ein Meltdown ist ein Kontrollverlust, der entsteht, wenn Overload einen Punkt erreicht, an dem das Nervensystem die Anforderungen nicht mehr bewältigen kann. Er kann sich zum Beispiel als Weinen, Schreien, starke motorische Unruhe oder plötzliche starke Reaktionen zeigen.

Ein Meltdown ist kein bewusst gewählter Wutausbruch und keine Erziehungsfrage – er ist eine Reaktion des Nervensystems auf Überlastung, nicht auf Absicht.

Mein Tipp

Wenn du merkst, dass du auf einen Meltdown zusteuerst: Wenn möglich, verlasse die Situation, reduziere Reize und gib dir Zeit zur Erholung, statt dich weiter “durchzukämpfen”.

Für Angehörige

Während eines Meltdowns ist es meist wenig hilfreich, zu diskutieren, zu ermahnen oder die Situation “erklären zu wollen”. Hilfreicher ist, Reize zu reduzieren, Sicherheit zu geben und abzuwarten, bis die akute Phase vorüber ist.

Nach einem Meltdown ist die Person oft erschöpft – ein Gespräch über die Situation ist meist erst später sinnvoll, wenn Ruhe eingekehrt ist.

Für Fachkräfte

Ein Meltdown wird in der Fachliteratur als beobachtbare Reaktion auf sensorische und/oder kognitive Überlastung verstanden, nicht als Verhaltensauffälligkeit im Sinne einer bewussten Grenzüberschreitung. Von zentraler Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen einem Meltdown (Kontrollverlust durch Überlastung) und einem zielgerichteten Verhalten – diese Unterscheidung beeinflusst maßgeblich, welche Reaktion angemessen ist.

Sinnvoll sind vorab erarbeitete individuelle Deeskalationsstrategien sowie eine nachträgliche, ruhige Auswertung möglicher Auslöser – nicht im Moment des Meltdowns selbst.

Stand:

Quellen