Für: Autistische Menschen, Angehörige, Fachkräfte

Shutdown

Kurz gesagt: Wenn Überlastung nicht nach außen, sondern nach innen wirkt und der Rückzug beginnt.

Weiterführend: Overload und Meltdown.

Für autistische Menschen

Ein Shutdown ist – wie ein Meltdown – eine Reaktion auf Überlastung, wirkt aber eher nach innen statt nach außen. Er kann sich als plötzlicher Rückzug, Sprachverlust, “Abschalten” oder starke Erschöpfung zeigen. Manche Menschen erleben abwechselnd Meltdowns und Shutdowns, andere fast ausschließlich das eine oder das andere.

Ein Shutdown ist kein “Ignorieren” oder Desinteresse – das Nervensystem reduziert in diesem Moment seine Kapazitäten, um mit der Überlastung fertigzuwerden.

Mein Tipp

Wenn du einen Shutdown bei dir bemerkst, ist Rückzug an einen ruhigen Ort meist hilfreicher als der Versuch, die Situation “durchzustehen” oder weiterzureden.

Für Angehörige

Während eines Shutdowns kann die Person schwer erreichbar wirken, kaum sprechen oder auf Ansprache kaum reagieren. Druck, weiter zu kommunizieren oder “wach zu bleiben”, verlängert einen Shutdown häufig eher, statt ihn zu beenden.

Ruhe, reduzierte Reize und Zeit sind meist die hilfreichste Unterstützung – ein klärendes Gespräch lässt sich in aller Regel verschieben, bis sich die Person wieder erholt hat.

Für Fachkräfte

Ein Shutdown wird als introvertierte Reaktion auf Überlastung verstanden, im Unterschied zum eher nach außen gerichteten Meltdown. Beide Reaktionsformen gelten als Ausdruck desselben zugrunde liegenden Mechanismus – einer Überschreitung der aktuellen Verarbeitungskapazität – und nicht als unterschiedliche diagnostische Kategorien.

In der Praxis sollte ein Shutdown nicht mit Passivität, Verweigerung oder mangelnder Kooperationsbereitschaft verwechselt werden. Wichtig ist, Reizreduktion und Erholungszeit zu ermöglichen, statt in der akuten Phase weitere Anforderungen zu stellen.

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Quellen